Visa mal wieder mit starken Zahlen

Kommt eine Zinsobergrenze?
Für Konsum- und konsumnahe Unternehmen ist das Schlussquartal eines Jahres ist für gewöhnlich das stärkste. Die Gründe liegen auf der Hand: das traditionelle Weihnachtsgeschäft, der in den letzten Jahren auch bei uns in Mode gekommene Black Friday bzw. die Black Week und in den USA natürlich auch noch Thanks Giving. Zu keiner Jahreszeit geben die Verbraucher mehr Geld aus. Davon profitieren dann natürlich auch die Zahlungsdienstleister. In den jüngsten Quartalszahlen von Visa kommt das deutlich zum Ausdruck: Umsatz und Gewinn kletterten jeweils um 15 Prozent und damit stärker als im Vorfeld erwartet worden war. In den drei Monaten von Oktober bis Dezember wickelte der Kreditkartenkonzern ein Zahlungsvolumen von unglaublichen vier Billionen (!) Dollar ab. Das entspricht in etwa dem gesamten Bruttoinlandsprodukt Deutschlands für ein Jahr.
Dass sich die Visa-Aktie zuletzt eine Verschnaufpause genehmigt hat, lag in erster Linie an einer Aussage von US-Präsident Trump. Dieser sprach sich dafür aus, die Kreditkartenzinsen für ein Jahr lang auf zehn Prozent zu deckeln, um die amerikanischen Verbraucher zu entlasten. Ob das tatsächlich umgesetzt wird, bleibt aber abzuwarten. Zumal es viele Stimmen gibt, laut denen Millionen US-Verbraucher unter so einer Maßnahme sogar leiden würden – da sie dann womöglich gar keinen Zugang mehr zu Krediten hätten. Und da Visa selbst keine Kredite an die Kartenutzer gewährt (sondern die jeweiligen Banken), wäre der Zahlungsdienstleister, wenn überhaupt nur indirekt von der Maßnahme betroffen. Visa-Aktionäre sollten unserer Meinung nach entspannt bleiben – und investiert.
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