Lindt tauscht Vorstandschef aus – Weisskopf kehrt vorübergehend zurück

2027 winkt wieder Wachstum.
Nicht nur die Aktienkursentwicklung von Lindt enttäuscht seit über einem Jahr, auch geschäftlich läuft es derzeit nicht rund. Schon zweimal musste die Prognose für 2026 gesenkt werden. Um den gestiegenen Kakao- und anderen Kosten Rechnung zu tragen, hatte der Schokoladenkonzern in den letzten Jahren die Preise spürbar angehoben. Im ersten Halbjahr wurden die Produkte der Schweizer im Schnitt um 11,8 Prozent teurer. Die Haushaltskasse der Konsumenten ist aufgrund der allgemeinen Inflation aber so angespannt, dass sie die teureren Lindor-Kugeln und Schokohasen nicht mehr in der Menge kaufen konnten und wollten, wie das Lindt-Management sich das vorgestellt hatte.
Im Aufsichtsrat ist man nun zu dem Schluss gekommen, dass Vorstandschef Adalbert Lechner die Verantwortung für die Misere zu tragen hat. Er muss das Unternehmen aus Kilchberg am Zürichsee daher verlassen und wird ab sofort von seinem Vorgänger Dieter Weisskopf beerbt, der aktuell im Verwaltungsrat sitzt. Allerdings ist dieser nur eine Interimslösung. Bis zum zweiten Quartal 2027 soll dann eine dauerhafte neue Besetzung gefunden werden. Weisskopfs Aufgabe besteht zunächst darin, vor allem das Europageschäft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Gleichzeitig werden die Investitionen in die Marken erhöht, während einzelne Produktpreise sinken sollen.
Was bedeutet das nun für die investierten Anleger? Zunächst einmal, dass Lindt die Probleme erkannt hat und darauf reagiert. Grundsätzlich ist das Unternehmen aus unserer Sicht aber nicht von einem Vorstandschef abhängig. Lindt ist stark aufgestellt, solide finanziert und hat einen erstklassigen Markennamen. Das garantiert zwar keine sofortige Rückkehr auf den Wachstumskurs, sollte aber langfristig dafür sorgen, dass der Konzern in die Erfolgsspur zurückkehrt. Analysten erwarten jedenfalls bereits für das kommende Jahr wieder einen steigenden Gewinn.
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