Was versteht man unter dem Kurs-Umsatz-Verhältnis?
Leserfrage: Kürzlich bin ich über den Begriff „KUV“ gestolpert. Könnten Sie bitte erklären, was damit gemeint ist?
Antwort: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) zeigt, wie hoch ein Unternehmen an der Börse im Vergleich zu seinem Umsatz bewertet ist. Es wird gerne vor allem bei jungen Firmen herangezogen, die noch wenig oder gar keinen Gewinn machen. Das KUV setzt den Börsenwert (= Marktkapitalisierung) ins Verhältnis zum Jahresumsatz des Unternehmens.
Wie wird das KUV berechnet?
- KUV = Börsenwert / Umsatz
- Beispiel: Macht ein Unternehmen 20 Millionen Euro Umsatz und der Börsenwert liegt bei 100 Millionen, beträgt das KUV 5. Anleger zahlen also das Fünffache des Jahresumsatzes.
Fazit: Ein niedriges KUV kann auf eine eher günstige Bewertung hindeuten, auch wenn das natürlich keine Garantie für steigende Kurse ist. Ein hohes KUV zeigt dagegen, dass der Markt große Erwartungen an das Unternehmen hat, was insbesondere bei Tech-Werten auf eine mögliche Überbewertung hinweisen kann. Wenn man schon vergleicht, dann am besten mit ähnlichen Unternehmen derselben Branche, weil das KUV je nach Geschäftsmodell und Marktumfeld stark schwanken kann. Wichtig ist dabei zu wissen, dass das KUV nichts über die Gewinnsituation und die Profitabilität aussagt! Die höchsten Umsatzzahlen bringen schließlich nichts, wenn dabei unter dem Strich kein Geld beim Unternehmen hängen bleibt. Und letztlich treibt der Gewinn den Aktienkurs, nicht der Umsatz. Deshalb sollte das KUV in der Praxis niemals isoliert betrachtet werden, sondern immer zusammen mit der qualitativen Einschätzung des Unternehmens.
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