Was bringt die Quartalszahlensaison?

Unternehmensgewinne in den USA sollen erneut massiv steigen.
Man könnte meinen, wenn sich etwas alle drei Monate wiederholt, würde es irgendwann langweilig. Für die Quartalszahlensaison an der Wall Street gilt das nicht. Das Spektakel wird von vielen stets sehnsüchtig erwartet und beschert ein ums andere Mal faustdicke Überraschungen.
Geradezu exzessiv verfolgen manche Marktteilnehmer (und längst auch zahllose automatisierte Handelssysteme), ob Unternehmen XY die Umsatz- und Gewinnerwartungen erreicht, übertroffen oder verfehlt hat. Häufig machen im Vorfeld auch noch sogenannte Flüsterschätzungen die Runde, sodass eine Aktie selbst dann nicht zwingend steigen muss, wenn die normalen Analystenschätzungen übertroffen wurden. Viel Aufmerksamkeit genießen zudem Prognosen für das nächste Quartal oder das laufende Geschäftsjahr. Und auch ein Blick in die Auftragsbücher sagt mitunter mehr als das Zahlenwerk der vergangenen drei Monate.
Wie dem auch sei – unsere Meinung zu dem Quartalsgeplänkel dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein: Die Berichte liefern mitunter interessante Einblicke, dürfen aber auch nicht überinterpretiert werden. Und schon gar nicht sollten sich Börsianer zu übereilten Reaktionen hinreißen lassen, weil eine Aktie im Zuge der Veröffentlichung abgestraft oder in die Höhe katapultiert wird.
Unter dem Strich dürften in der nun anbrechenden Saison die Zeichen aber weiter deutlich auf Wachstum stehen. Aktuell gehen Experten davon aus, dass die 500 wichtigsten US-Unternehmen ihren Gewinn im abgelaufenen dritten Quartal um satte 30 Prozent gesteigert haben – das wäre das dritte Quartal hintereinander mit einem Gewinnwachstum von über 25 Prozent. Und das vierte Quartal soll dem mit einen Gewinnzuwachs von 28 Prozent nicht nachstehen.
Wie wir alle wissen, sind derartige Anstiege aber nicht die Regel. Es ist weiterhin vor allem die Tech-Industrie, die dank KI-Boom eine wahnsinnige Wachstumsphase erlebt und damit auch angrenzende Bereiche antreibt. Hinzu kommt, dass viele Energieunternehmen vom massiven Anstieg der Öl- und Gaspreise profitieren. Eher schwer tun sich dagegen zum Beispiel Unternehmen aus der Konsumgüterbranche. Hier machen sich die angespannte Finanzlage vieler US-Haushalte, der Abspeckboom und steigende Rohstoffpreise bemerkbar. Ihre Gewinne dürften die Branchenvertreter im dritten Quartal trotzdem um 3 Prozent gesteigert haben.
In Europa sieht es übrigens ähnlich aus. Und obwohl sich hier weit weniger KI-Profiteure finden, sollen die Gewinne der 600 wichtigsten Unternehmen 23 Prozent höher ausgefallen sein als im Vorjahreszeitraum. Ein gut gemischtes Depot aus Wachstumswerten und ein ebenso gutes Nervenkostüm bleiben deshalb das Maß der Dinge für den langfristigen Börsenerfolg.
Alle Termine der anstehenden Quartalszahlen unser Wachstumswerte finden Sie hier.
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