Spezial: Öl & Gas
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ProcterÖlaktien sind wieder im Kommen:

Öl bald wieder bei 100 Dollar?

Viele Besitzer von Ölaktien hatten es nicht mehr zu hoffen gewagt.
Doch seit einiger Zeit zieht der Preis für das schwarze Gold wieder an.
Wohin geht die Reise?

Vor zehn Jahren war Öl so teuer wie nie zuvor: 145 Dollar mussten Käufer für ein WTI-Fass berappen. Die Finanzkrise setzte dem Höhenflug jedoch ein dramatisches Ende. Die darauffolgende Erholung wurde wiederum von einer regelrechten Angebotsflut wegen der explodierenden Schieferölförderung (Fracking) zu Grabe getragen. Im Tief 2016 sank der Preis bis auf 26 Dollar je Barrel – kein Wunder, dass auch die Aktien der Branche in die Tiefe gerissen wurden. Und nicht nur das, auch in den Bilanzen taten sich schreckliche Löcher auf. Bei Total sank der Gewinn gegenüber dem Höchststand um 75, bei Exxon um über 80 Prozent, Royal Dutch und Woodside schrammten nur knapp an einem Verlust vorbei, während der Ausrüster Schlumberger mangels neuer Aufträge sogar gleich zwei Jahre in den roten Zahlen verbrachte, ebenso wie unsere ehemalige Empfehlung Occidental. Apache meldete sogar dreimal (heftige) Verluste.

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Prognosen ließen Schlimmes vermuten
Und wie es in solchen Zeiten üblich ist, malten die Medien noch düsterere Schreckensbilder für die Zukunft. Schließlich würde die Fracking­industrieimmer schneller und effizienter, gleichzeitig drohte der Branche angeblich ein schleichender Niedergang wegen Sparmaßnahmen der Verbraucher und der Elektromobilität. Völlig übersehen wurde dabei, dass der ProcterBedarf trotz allem weiterstieg und auch noch lange weitersteigen wird! Schätzungen zufolge könnte der aktuelle Angebotsüberhang schon in wenigen Monaten zu einer Angebotslücke werden. Hinzu kommt, dass die 14 Länder umfassende OPEC,die für 40 Prozent der weltweiten Förderung steht, nicht mehr schamlos die eigenen Förderquoten ignoriert, sondern Disziplin hält. Außer in den USA sinken derzeit zudem die Förderquoten in fast allen Ländern (wegen zu geringer Investitionen in den letzten Jahren). Die tägliche Förderung von Öl istdeshalb um drei Millionen Fass gesunken, während die Nachfrage um 1,5 Millionen Fass gestiegen ist. Und nicht zuletzt treiben politische Risiken wie in Syrien den Preis für das schwarze Gold wieder an. Aktuell marschiert er Richtung 70 Dollar, hat seit dem Tief um rund 150 Prozent zugelegt – und die ersten Experten halten nun mittelfristig sogar wieder dreistellige Notierungen für möglich!

Gewinne und Investitionen steigen
Die bessere Lage zeigt sich auch in den Geschäftsergebnissen. Außer Schlumberger haben alle unsere Branchenfavoriten ihren Gewinn 2017 deutlich gesteigert. Und 2018 soll der Überschuss ausnahmslos weiter zulegen. Die Konzerne profitieren dabei auch von den Effizienzsteigerungen in den Krisen­jahren. Schätzungen zufolge wird die Branche dieses Jahr so viel verdienen wie früher, als der Ölpreis bei 100 Dollar stand. Nun sehen sich die Managements auch wieder in der Lage, verstärkt in neue Projekte zu investieren. Wie sich der Ölpreis wirklich weiterentwickelt, kann niemand vorhersagen. Wir rechnen langfristig aber mit wieder höheren Notierungen. Fakt ist in jedem Fall: Die Aussichten für Ölaktien haben sich spürbar aufgehellt – aber die Aktien spiegeln das unseres Erachtens noch bei Weitem nicht wider. Und die Dividenden sind vielfach ex­trem attraktiv!