SpaceX-Börsengang interessant?
Leserfrage: Ich habe gelesen, dass Elon Musk seine Weltraumfirma SpaceX am 12. Juni an die Börse bringt. Haben Sie nähere Infos dazu und was halten Sie von der Neuemission?
Antwort: Tatsächlich will Musk nur einen kleinen Teil seiner Weltraumfirma abgeben, unter fünf Prozent der Aktien sollen ihm 75 Milliarden Dollar bringen. Damit wäre SpaceX mit bis zu zwei Billionen Dollar bewertet, mehr als der bisher größte Börsengang des saudischen Ölkonzerns Aramco 2019.
Wir betrachten die Rekordemission eher mit skeptischem Blick. Und das nicht nur, weil die Technologiebörse Nasdaq wegen SpaceX extra ihre Regeln geändert hat (die Vorschrift, dass mindestens zehn Prozent der Aktien handelbar sein müssen, wurde gestrichen und die Frist für eine Indexaufnahme von drei Monaten auf 15 Tage verkürzt), sondern auch, weil wir bei Neuemissionen grundsätzlich vorsichtig sind. Denn der, der die Aktien an die Börse bringt, macht das in der Regel nicht aus edlen Gründen, damit die Anleger entsprechend mitverdienen können (auch wenn das vielleicht so kommuniziert wird), sondern, weil man das Maximum an Kapital erzielen will. Fakt ist, dass SpaceX eine fast schon monopolartige Stellung bei Raketenstarts in den USA innehat. Hinzu kommt mit Starlink ein bisher konkurrenzloses Kommunikationsnetzwerk aus rund 9.000 Satelliten. Mit diesen beiden Geschäftsfeldern dürfte SpaceX gutes Geld verdienen, allerdings nutzte Musk seine Raketenfirma zuletzt auch dazu, sein soziales Netzwerk X (ehemals Twitter) sowie die eigene KI-Firma xAI zu schlucken – beide bislang nicht besonders erfolgreich und ziemlich verlustreich. Auch für SpaceX gilt: Börsengänge bieten gewaltige Chancen, aber wir haben schon zu oft erlebt, dass aus fantastischen Visionen letztlich Depotleichen wurden. Hier einzusteigen, ist letztendlich eine Spekulation, von der wir abraten.
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