Warum der Kurs einer Aktie für mich so ziemlich das Unwichtigste ist …

Joachim Brandmaier, 64, Herausgeber des Stuttgarter Aktienbriefes
Warum der Kurs einer Aktie für mich so ziemlich das Unwichtigste ist …
Liebe Leserinnen und Leser,
kaum neigt sich dieser Sonntag zu Ende schreite ich schon sehr gespannt zu meinem Computer um alle Mails anzuschauen, die an diesem wunderschönen Wochenende eingetroffen sind. Und siehe da – wieder jede Menge Fragen an mich zum Thema Geldanlage. Die Standardfrage lautet eigentlich immer: „Herr Brandmaier, wohin mit dem Geld? Die meisten von Ihnen wissen meine Antwort längst: Aktien kaufen. Und dann kommt – zuverlässig wie die schwäbische Kehrwoche – der Einwand: „Ja, aber was ist, wenn die Kurse fallen…?“ Da weiß ich inzwischen: Jetzt wird’s mühsam!!
Ich schreibe es immer wieder – und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal: Der Kurs bei einer Aktie ist für mich so ziemlich das Unwichtigste. Der Kurs interessiert erst dann – wenn Sie Ihre Aktien irgendwann einmal verkaufen. Und das machen echte Wachstumsstrategen sowieso nicht – sondern fast immer die Erben. Im Grunde ist das Ganze kinderleicht:
Anlage in Immobilien heißt: Miete kassieren
Anlage in Aktien heißt: Dividende kassieren
Fertig. Kein Hexenwerk, kein Geheimwissen.
Der Unterschied: Als Vermieter müssen Sie sich manchmal mit Nebenkosten, Reparaturen und Mietern herumärgern. Als Aktionär übernimmt die Arbeit der Vorstand der Firma – ganz ohne Diskussion im Treppenhaus.
Und jetzt kommt der Teil, den viele nicht glauben wollen:
Es gibt Firmen, die zahlen seit über 100 Jahren jedes Jahr Dividende. Ohne Pause. Ohne Ausrede.
Beispiele gefällig?
Coca-Cola seit 1893.
Colgate seit 1895.
Und Procter & Gamble sogar seit 1891 und erhöht dazu seit Jahrzehnten regelmäßig.
(Davon kann man als Vermieter nur träumen.)
Warum ist eine meiner persönlichen Lieblingsaktien die McDonald’s?
Mein Kids bevorzugten in jungen Jahren lieber einen BigMac als einen schwäbischen Rostbraten. Was denkt sich da der Brandmaier? Wenn ich mir von McDonalds Aktien kaufe, dann erhalte ich die Ausgaben für die BigMacs über die Dividende wieder zurück! Schwäbisches „Return on invest“ – Typisch Brandmaier.
Im Jahr 2004 kostete mich eine Aktie von McDonalds ca. 20 Euro. Als Dividende gab es ca. 50 Eurocent pro Aktie, also rund 2,5 %. Für 500 Aktien zahlte ich 10.000 Euro und bekam im ersten Jahr damals 250 Euro Dividende überwiesen. Bis hierher nicht gerade aufregend, aber immerhin: Der Kaufpreis für BigMacs zahlte ich fortan aus der Dividende
Aber: Da McDonald’s zu den Firmen gehört, die jedes Jahr die Dividende erhöhen, wird es jetzt spannend. Die Dividende klettere nämlich von damals 50 Eurocent pro Aktie inzwischen auf über 6 Euro pro Aktie. Für meinen damaligen Einsatz von rund 10.000 Euro erhalte ich jetzt nicht mehr 250 Euro, sondern bereits 3.000 Euro im Jahr – oder umgerechnet etwa 30 % pro Jahr.
Und jetzt dürfen Sie raten, wann ich wohl diese Aktie verkaufe. Richtig: NIE
Und ja – der Kurs ist nebenbei auch gestiegen, hat sich sogar auf über 230 Euro mehr als verzehnfacht. Aber das ist eher interessant für die Erben.
Der Kauf von Aktien ist heute kein Hexenwerk mehr – ein paar Klicks bei der Bank und fertig. Die Dividende kommt automatisch aufs Konto, die Steuer wird gleich von der Bank abgeführt. Kein Ordner, kein Stress, kein Finanzamt-Krimi. Was will man mehr?
Das war mal wieder mein Wort zum Sonntag.
In diesem Sinne,
Herzliche Grüße aus Stuttgart

Ihr Joachim Brandmaier
P.S.: Wer noch kein Leser des Stuttgarter Aktienbriefes ist und sich für die längsten Dividendenzahler interessiert – kann sich hier gerne bei uns zum Test anmelden und sichert sich damit meinen neues hochinteressantes Faltblatt „Der kleine Dividenden-Checker“ mit der Megaliste Dividenden:


Views: 51
