Brandmaier´s aktueller Börsen-Kommentar


Erfreuliche Entwicklung (2. Februar 2012)

 

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einigen Tagen habe ich die neuesten Zahlen des Deutschen Aktieninstituts durchgeblättert. Eine erfreuliche Lektüre! Denn zum ersten Mal seit vier Jahren hat sich 2011 die Zahl der deutschen Aktienbesitzer wieder erhöht (siehe nächste Seite). Im zweiten Halbjahr hat die Entwicklung sogar noch Fahrt aufgenommen, über 350.000 neue Börsianer haben trotz Krisengerede den Mut zum Aktienkauf gefunden.

Natürlich lockten nach der Sommerkorrektur günstige Kurse, aber dass sich jetzt wieder mehr Menschen für eine Anlage in Aktien entscheiden, dürfte mehr sein als bloße Schnäppchenjagd. In letzter Zeit hat das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung Euro gelitten. Die logische Folge ist eine Anlage in Sachwerten – eine Aktie ist eben ein Anteil an einem Unternehmen.

Verstehen Sie mich richtig: Ich finde es schade, dass offenbar erst ein Ereignis wie die europäische Schuldenkrise wieder mehr deutsche Anleger zu Aktien greifen lässt. Denn gute Gründe für den Kauf von Aktien gibt es zuhauf. Denken Sie etwa an den wachsenden Konsum in den Schwellenländern, die rasant steigenden Gewinne der IT-Industrie oder den langfristig immer größeren Bedarf an Rohstoffen.

Vielen Kleinanlegern steckt jedoch bis heute der Schreck über den Absturz um die Jahrtausendwende in den Knochen. Weitere Aktionäre sind dann von der Finanzkrise 2008 vertrieben worden. Doch Kurseinbrüche hat es auch an ausländischen Börsen gegeben, trotzdem ist der Anteil privater Aktionäre an der Gesamtbevölkerung anderswo weitaus höher. Vielleicht führt die Furcht vor der Schuldenkrise nun auch hierzulande wieder zu dauerhaft steigenden Aktionärszahlen. Dann wären die Turbulenzen am Ende immerhin doch zu etwas gut gewesen. Zumal mehr Aktionäre bedeuten, dass mehr Geld an die Börse fließt – was die Aktienkurse weiter ankurbeln sollte.

In diesem Sinne
Ihr

 

Joachim Brandmaier