Brandmaier´s aktueller Börsen-Kommentar




 

Doppelhoch statt Doppeltief         26. August 2010
 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

vielleicht liegt es ja am Sommerloch und daran, dass die Bullen momentan unter den Palmen liegen – aber die Pessimisten haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Meinungshoheit übernommen. Sie schüren die Angst vor einem sogenannten „Double Dip“, dem Horrorszenario schlechthin. Was ist ein „Doppeltief“? Gemeint ist, dass die Welt ein zweites Mal in eine tiefe Rezession rutschen wird.

Entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber ich halte das für ausgemachten Blödsinn! Wir haben die Bankenkrise gemeistert und Griechenland steht auch noch. Die Weltwirtschaft schrumpft nicht, sie nimmt wieder Fahrt auf. Weltweit rechnen die Experten mit einem Wirtschaftswachstum von fast 5 Prozent. In Deutschland wächst die Wirtschaft momentan sogar so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Vergessen Sie also den Double Dip!

Aber wo stehen wir dann, wenn die Börse derzeit nur vor sich hin zuckelt? Gottfried Heller, Börsenexperte und langjähriger Wegbegleiter von André Kostolany, beschreibt die momentane Situation so: „Wir haben die Intensivstation verlassen und befinden uns in der Reha.“ Ein passender Vergleich und ich füge noch hinzu: Dass man sich in der Reha immer noch ziemlich angeschlagen fühlt, ist normal. Doch wenn der Patient erst einmal die Reha verlässt, dann ist er gesund. Aber so weit ist es noch lange nicht, entsprechend groß ist das Kurspotenzial.

Die „Gefahr“ ist meiner Meinung nach viel größer, dass es statt eines Double Dips ein Double High gibt – also, dass die Börse in den nächsten zwei, drei Jahren Anlauf zu alten Höhen nimmt. Und bis zum einstigen Höchstkurs von 14.000 Punkten im Dow Jones sind es immerhin noch 35 Prozent!

In diesem Sinne
Ihr
 
 
 

Joachim Brandmaier