Steuerfreie Dividende?
Leserfrage: Ich habe gehört, dass manche deutschen Unternehmen ihre Dividende steuerfrei an die Aktionäre überweisen. Um welche Firmen handelt es sich da und kann das jeder für sich nutzen?
Antwort: So etwas gibt es tatsächlich. Normalerweise werden bei Dividenden die Abgeltungsteuer, der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer abgezogen. Aber unter zwei Voraussetzungen bekommen Sie als Anteilseigner die Dividende steuerfrei: Erstens, wenn Sie die Aktie vor der Einführung der Abgeltungsteuer 2009 gekauft haben, und zweitens, wenn das entsprechende Unternehmen seine Dividende aus bilanziellen Rücklagen zahlt, dem sogenannten „steuerlichen Einlagenkonto“. Genau genommen handelt es sich eigentlich gar nicht um eine Dividende, sondern um die Auflösung von Rücklagen. In diesem Fall erhält man tatsächlich die volle Zahlung ohne Abzug. Der Haken an der Sache: Die meisten der rund 25 börsennotierten Unternehmen, die aus diesem „Einlagenkonto“ ihre Dividende überweisen, waren vor 2009 noch gar nicht börsennotiert. Ausnahmen sind Aktien wie die Deutsche Telekom, DHL, Jenoptik, Mensch und Maschine sowie Freenet. Übrigens: Wenn Sie diese Firmen erst NACH 2009 gekauft, aber immer noch im Depot liegen haben, dann bekommen Sie die Dividende zwar auch ohne Steuerabzug – dann wird jedoch in Höhe der Dividende der Kaufkurs der Aktie
verringert. Beim späteren Verkauf zahlt man (sofern man Gewinne erzielt) entsprechend höhere Steuern, weil man „tiefer gekauft“ hat und der Kursgewinn
höher ausfällt.
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