Ist das Yum-Angebot interessant?
Leserfrage: Ich habe von meiner Hausbank ein Angebot von Yum erhalten. So ganz schlau werde ich aus dem Schreiben nicht, wie sollte ich mich als Yum-Aktionär verhalten?
Antwort: Der Restaurantbetreiber hat ein freiwilliges Angebot aufgelegt, das sich gezielt an Aktionäre mit weniger als 100 Yum-Aktien richtet, also an die Kleinaktionäre. Darin werden zwei Möglichkeiten unterbreitet: erstens seine Aktien zu verkaufen. Zweitens so viele Aktien zu erwerben, damit der Bestand auf genau 100 Anteilscheine aufgestockt wird.
Die Option des Verkaufs wird in dem Angebotsschreiben mit den möglicherweise hohen Gebühren begründet, die bei kleineren Handelsmengen entstehen können. Unsere Meinung dazu: Wir wollen unsere Yum-Aktien wegen der langfristig guten Aussichten gar nicht hergeben. Und erst recht nicht, wenn man nicht mal weiß, wie viel man dafür bekommt (wie in diesem Angebot). Wer sich trotzdem davon trennen will (weil er es vielleicht anders sieht oder das Geld benötigt), für den dürften heutzutage die Verkaufskosten über die Börse nicht mehr die ganz große Rolle spielen.
Auch der Sinn, die Menge auf genau 100 aufzustocken, erschließt sich uns nicht. Zumindest nicht für deutsche Anleger. In den USA ist das Thema der standardisierten 100-Stück-Pakete (die Amerikaner nennen das „Round Lot“) durchaus ein Thema, da diese dort leichter handelbar sind und Abweichungen vom Round Lot zur langsameren Ausführung und etwas höheren Kosten führen können. Daher vermuten wir, dass das Angebot sich vor allem an amerikanische Börsianer richtet. An der Börse Frankfurt oder Tradegate spürt man diese Auswirkungen nicht wirklich, wenn Sie eine ungerade Stückzahl handeln wollen.
Machen wir es kurz: Wir sehen keinen Grund, warum man das Angebot annehmen sollte. Es schadet sicherlich auch nicht, da dahinter nicht irgendwelche unseriösen Investmentgesellschaften stehen (wie bei manch anderen Angeboten), sondern tatsächlich Yum selbst steckt, dennoch überzeugt es uns nicht.
Views: 70
