Wie viel Geld in Aktien?
Leserfrage: Ich bin schon etwas älter und habe einen relativ großen Teil meines Vermögens in Aktien gesteckt. Deshalb frage ich mich, ob es einen „idealen“ Prozentsatz gibt, den man gemessen am Alter in Aktien investiert haben sollte.
Antwort: „Geld allein macht nicht glücklich, es gehören auch Aktien und Immobilien dazu.“ Dieses Motto hat unser Mitbegründer Heinz Weiler schon vor über 40 Jahren bei den ersten Treffen des Stuttgarter Aktien-Clubs vertreten. Und für ein großes Vermögen halten wir dies noch immer für eine passende Einschätzung. Wenn man sich allerdings etwa die Entwicklung von offenen Immobilienfonds in den letzten 10 oder 20 Jahren anschaut, ist das Ergebnis ernüchternd: Laut Fondsverband BVI haben Immobilienfonds auf Zehnjahressicht durchschnittlich 1,7 Prozent gebracht und in den vergangen 20 Jahren 2,4 Prozent. Das hat nicht einmal als Inflationsausgleich gereicht. Auch Anleihen bringen nicht mehr wirklich viel. Wir sind deshalb der Meinung, dass ein hoher Aktienanteil sinnvoll ist oder zumindest sein kann – auch im Alter. WIE hoch dieser sein sollte, dafür gibt es allerdings keine goldene Regel. Den früheren Ansatz „100 minus Lebensalter“ halten wir jedenfalls für überholt. Wer nicht dringend auf sichere und regelmäßige Einnahmen aus seinem Vermögen oder den „Verbrauch“ desselben angewiesen ist, kann aus unserer Sicht auch mit 80 Jahren den Großteil seines Kapitals oder auch mehr in Aktien halten. Allein die Dividendenrenditen liegen hier oft höher als die Verzinsung bei anderen Anlagen. Natürlich muss man die größeren Sprünge bei Aktien oder auch einmal heftige Crashs aushalten können und darf nicht gezwungen sein, dann womöglich zu tiefen Kursen verkaufen zu müssen.
Jungen Menschen, die noch in der Ansparphase sind, empfehlen wir generell einen hohen Aktienanteil, da sie noch viele Jahre Zeit haben, um mögliche Rückschläge wieder aufzuholen und Aktien aufgrund ihrer überlegenen Performance gerade auf lange Sicht vom „Zinseszins“ profitieren. Ältere Menschen dürfen zudem auch oft einen längeren Anlagehorizont in Betracht ziehen, als sie selber denken. Denn wenn das Kapital nicht komplett „verlebt“, sondern zumindest zu Teilen vererbt werden soll, zählt natürlich auch das Alter der Nachfahren beim „Anlagehorizont“ mit.
Zusammenfassend gilt: Zu viel Aktien kann gefährlich sein (wie immer bei „zu viel“!), aber die meisten Deutschen haben viel zu wenige Aktien – und das ist in Sachen Altersvorsorge erst recht ein großes Problem.
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