Nestlé lässt Wasser

Joint Venture für Perrier & Co. bringt 2,8 Milliarden Franken – Kaffeegeschäft brummt.
Endlich nimmt der lange geplante Abschied vom kriselnden Wassergeschäft bei Nestlé Form an: Der Schweizer Nahrungsmittelriese bringt die Sparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit einer US-Beteiligungsgesellschaft ein und kassiert dafür 2,8 Milliarden Schweizer Franken. Als Nächstes sucht der seit September amtierende Vorstandschef Philipp Navratil nun offenbar einen Käufer für Teile des Vitamin- und Nahrungsergänzungsgeschäfts. Ziel ist es, Nestlé auf aussichtsreichere Bereiche zu fokussieren, die Kosten zu senken und das Wachstum wieder zu beschleunigen.
Im ersten Halbjahr kam Navratil bei seinem Vorhaben gut voran. Zwar gehen manchen Börsianern die Fortschritte offenbar nicht schnell genug – die Aktie gab gestern acht Prozent ab – aber die Richtung stimmt: Nestlé hat das Absatzvolumen im zweiten Quartal um fast zwei Prozent gesteigert (der höchste Wert seit acht Quartalen); im ersten Quartal lag das Plus noch bei gut einem Prozent. Da Nestlé zudem die Preise um zwei Prozent angehoben hat, kletterten die Verkäufe um vier Prozent. Am besten lief es bei den Kaffeemarken, gefolgt vom Bereich „Kulinarik und Snacks“, zu dem Marken wie Maggi und Kitkat gehören.
Dem Geschäft mit Tiernahrung traut Nestlé langfristig ebenfalls weiter viel zu. Diese Woche kündigte man bei der Tochter Purina den Bau einer neuen Fabrik im norditalienischen Mantua an. Hier soll für 520 Millionen Schweizer Franken ein Produktions- und Logistikkomplex für hochwertiges Hunde- und Katzenfutter entstehen.
Bei der Nestlé-Aktie gilt derweil offenbar das Motto „zwei Schritte vor, einer zurück“. Nachdem sie seit ihrem Januartief zeitweise fast 20 Prozent gutmachen konnte, bekam der Kurs nun wieder einen kleinen Dämpfer verpasst. Wir empfehlen den Aktionären, geduldig zu bleiben. Denn der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern hat die richtigen Schritte unternommen, kommt langsam wieder in Schwung und damit sollte auch die Aktie auf ihren langfristigen Wachstumspfad zurückkehren. Außerdem gibt es hier aktuell rund vier Prozent Dividende zu kassieren!
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