Was tun mit Aegon?
Leserfrage: Ich hab noch als Altlast die Aegon-Aktie im Depot. Was meint ihr: Hat die Versicherungsaktie eine Zukunft oder soll ich lieber umschichten?
Antwort: Es ist schon rund 15 Jahre her, dass der Lebensversicherer auf unserer Empfehlungsliste stand. Erst hatte die Aegon-Aktie den Crash zur Jahrtausendwende verdauen müssen, dann kam auch noch die Finanzkrise dazu. Letztlich musste der niederländische Staat mit einer Finanzspritze zu Hilfe eilen.
Das alles ist schon ziemlich lange her und inzwischen sieht es wieder etwas besser aus. Zuletzt konnten sowohl der Unternehmensgewinn als auch der Aktienkurs zulegen – an die glorreichen Tage von einst kann der Konzern aber bis heute nicht anknüpfen. Pläne des Managements sehen nun eine stärkere Konzentration auf den US-Markt vor. Das geht sogar so weit, dass man den Firmensitz bis in zwei Jahren in die USA verlegen und sich nach der US-Tochter Transamerica umbenennen möchte. Diese ist schon heute für 70 Prozent des Geschäfts verantwortlich. Im April wurde nun auch die Großbritannien-Sparte für rund zwei Milliarden Pfund an den Konkurrenten Standard Life verkauft, das Geschäft in den Niederlanden hat man bereits vor fünf Jahren abgestoßen. Wir bleiben bei unserer Einschätzung von drei Diamanten und ziehen in der Versicherungsbranche den amerikanischen Konkurrenten Aflac vor. Eine Umschichtung halten wir daher für sinnvoll.
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