Was tun mit Adobe?

Leserfrage: Die Adobe-Aktie kennt in meinem Depot nur den Weg nach unten. Was macht hier noch Hoffnung oder sollte ich nicht eher über einen Verkauf nachdenken?
Antwort: Tatsächlich kommt Adobe nicht zur Ruhe – wenngleich die operative Entwicklung weiterhin in die richtige Richtung zeigt. Grund für den jüngsten Kursrutsch ist vor allem der Abgang des Finanzvorstandes Dan Durn, der zum Chipdesigner Marvell wechselt. Da bereits der Vorstandsvorsitzende Shantanu Narayen seinen Rückzug angekündigt hat, ist den Börsianern derzeit die personelle Aufstellung des Kreativsoftwarekonzerns zu unsicher. Und Unsicherheit ist an den Märkten nie gern gesehen … Hinzu kommt die generelle Sorge, dass künstliche Intelligenz sämtlichen Softwarefirmen zu schaffen machen könnte.
Die Mutmaßungen setzen der gesamten Branche zu – dabei ist es ebenso möglich, dass die Konzerne vom Einsatz der KI sogar profitieren könnten. Bislang überzeugen die wirtschaftlichen Kennzahlen jedenfalls: Im zweiten Quartal hat Adobe mit 6,6 Milliarden Dollar einen Rekordumsatz erzielt, davon blieben 1,7 Milliarden Dollar als Gewinn in der Unternehmenskasse – ebenfalls Bestwert für ein zweites Quartal. Außerdem wurde auch gleich die Jahresprognose für beide Kennzahlen nach oben geschraubt. Und besonders auffällig waren die rund 500 Millionen Dollar Umsatz, die nun mit eigenen KI-Anwendungen eingefahren werden; dreimal mehr als im Vorjahr!
Insofern sehen wir Adobe auf einem guten Weg, von der KI-Revolution nicht überrollt zu werden, sondern vielmehr diese Transformation aktiv mit zu gestalten. Unserer Ansicht nach kann die weiterhin starke Geschäftsentwicklung an der Börse nicht ewig ignoriert werden. Insofern werden Sie von uns keine Verkaufsempfehlung hören, auch wenn es nicht einfach ist, einem derart abgestürzten Titel die Treue zu halten oder gar nachzukaufen.
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