SAP beschleunigt das Wachstum

Wann folgt die Kehrtwende der Aktie?
Auf lange Sicht kann sich der Kursverlauf der SAP-Aktie absolut sehen lassen. Anleger, die allerdings erst in den letzten zwei Jahren bei Europas größtem Softwarekonzern eingestiegen sind, sitzen derzeit auf teils erheblichen (Buch-)Verlusten. In der gesamten Branche geht die Angst um, künstliche Intelligenz könnte den Softwareriesen Geschäfte abknöpfen. SAP-Chef Christian Klein sieht sich durchaus im Wettbewerb mit kleinen KI-Start-ups, verweist aber ebenso darauf, dass die Programme aus Walldorf häufig geschäftskritische Prozesse abdecken. Und welches Unternehmen überlässt seine intimsten Daten schon gern einer unerprobten KI-Anwendung?
Die jüngsten Quartalszahlen geben Klein recht: Mit knapp zehn Milliarden Euro Umsatz (plus sechs Prozent) und fast zwei Milliarden Gewinn (plus neun Prozent) ist SAP laut dem Vorstandschef ein „starker Start“ ins Jahr gelungen. Besonders wichtig war für Experten der Blick auf den Auftragsbestand in der Cloud. Dieser war Ende des vergangenen Jahrs um 16 Prozent gewachsen, was die Marktbeobachter als zu langsam einschätzten. Im Auftaktquartal 2026 liegt der Wert nun bei 22 Milliarden Euro (plus 25 Prozent) – zufriedenstellend für die Börsianer, die der SAP-Aktie am Freitag einen hübschen Aufschwung gönnten. Abzuwarten bleibt, ob das bereits die Trendumkehr an der Börse war. Angesichts eines wahrscheinlichen Rekordjahrs – die Gewinnschätzungen liegen bei 8,2 Milliarden Euro und damit 14 Prozent mehr als letztes Jahr – spricht jedenfalls vieles dafür, dass der Kurs eigentlich höher liegen sollte. SAP sieht das wohl auch selbst so und hat allein im ersten Quartal für 2,6 Milliarden Euro eigene Aktien gekauft. Nachmachen wird Wachstumsstrategen empfohlen!
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