Wird die US-Verschuldung zur Gefahr?
Leserfrage: „In dieser Woche hat die US-Verschuldung die 40-Billionen-Dollar-Grenze überschritten. Welche Gefahren drohen da besonders für den Aktienmarkt? Wie seht ihr das: Aktien verkaufen, kaufen oder gar nichts machen?“
Antwort: Zugegeben, bei solchen Summen wird einem normalen Menschen ziemlich schwindelig. Dass die Schulden steigen, ist aber nichts Ungewöhnliches. Als die USA 2008 erstmals mit mehr als 10 Billionen Dollar in der Kreide standen, gingen der berühmten Schuldenuhr in New York die Stellen aus. Niemand hatte es für möglich gehalten, dass der Staat je so weit in die Miesen rutschen könnte. Kritiker tauften damals die „debt clock“ (Schuldenuhr) um in „death clock“ (Todesuhr) … heute liegt die amerikanische Staatsverschuldung schon bei 40 Billionen Dollar! Und Donald Trump vermittelt nicht gerade den Eindruck, an soliden Staatsfinanzen interessiert zu sein.
Dennoch sind die Vereinigten Staaten natürlich nicht auf dem Weg in die Staatspleite! Aber nicht nur die USA häufen einen immer höheren Schuldenberg an, weltweit kommen die Regierungen mit ihren Einnahmen nicht klar und geben weit mehr aus, als sie einnehmen. Sage und schreibe 3,3 Milliarden Menschen leben in Ländern, die mittlerweile mehr Zinsen für Staats-schulden berappen, als sie für Bildung oder Gesundheit ausgeben.
Dass Schulden grundsätzlich eher eine schlechte als eine gute Sache sind, darüber sind sich die meisten einig. Allerdings sind Länder keine Privathaushalte. Sie müssen oft Schulden machen, um zu investieren. Auf diese Weise wird Wachstum erzeugt und die Steuereinnahmen steigen. Sparten die Länder hingegen „auf Teufel komm raus“, würde dies vermutlich zum Schrumpfen der Wirtschaft führen. Wichtig ist immer, dass ein Staat eine ausreichende Kreditwürdigkeit genießt, was bei den USA der Fall ist. Problematisch wird es erst, wenn ein Land seine Schulden nicht mehr tragen kann oder niemand mehr bereit ist, Staatsanleihen zu kaufen. Davon ist Amerika aber sehr weit entfernt.
Als Investor sollte man die Entwicklung also im Auge behalten, aber keine Panik schieben. Erst recht sollte man sich nicht davon abhalten lassen, weiter in Aktien zu investieren! Vor allem natürlich in erstklassige Unternehmen – die mit ihrem Geld übrigens oft viel besser umzugehen wissen als der Staat und die daher häufig auf hohen Barvermögen statt auf Schulden sitzen.
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