Nestlé-Comeback nimmt Form an

Rückruf bei Babynahrung belastet – operatives Wachstum überzeugt trotzdem.
Seit sieben Monaten steht Philip Navratil an der Nestlé-Spitze. Sein Ziel: Das Wachstum des etwas träge gewordenen Lebensmittelriesen wieder anzufachen. Und er leistet offenbar ganze Arbeit: Im ersten Quartal musste der Konzern aus Vevey am Genfer See zwar wegen negativer Währungseffekte einen Umsatzrückgang von 6 Prozent ausweisen, auf bereinigter Basis legten die Verkäufe aber um 3,5 Prozent zu. Das kam an der Börse gut an, zumal das Wachstum eigentlich noch fast ein Prozent höher ausgefallen wäre, hätte nicht eine Rückrufaktion bei Säuglingsnahrung für Umsatzausfälle gesorgt. Inzwischen sei die „Produktverfügbarkeit“ aber wieder hergestellt, ließ man die Aktionäre gestern bei der Zahlenbekanntgabe wissen.
Vorstandschef Navratil hat bei Nestlé eine umfangreiche Restrukturierung angestoßen, in deren Zuge man die Kosten deutlich senken und sich auf die stärksten Marken und Geschäftsfelder konzentrieren wird. Aktuell steht der Nahrungsmittelgigant zum Beispiel vor der Veräußerung der Café-Kette Blue Bottle Coffee und auch für die Mineralwasser- und Vitaminsparte werden Käufer gesucht.
Alles in allem ist Nestlé in unseren Augen auf dem richtigen Weg, um in Zukunft wieder schneller zu wachsen und auch an der Börse dem langjährigen Ruf als zuverlässiges Basisinvestment wieder gerecht zu werden. Aktuell bekommt man die Aktie noch fast 40 Prozent unter Allzeithoch und mit fast vier Prozent Dividendenrendite!
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