Commonwealth Bank mit Rekord-Rücksetzer?

Wirtschaftssorgen und mögliche Steueränderung drücken auf die Aktie.
Über 800.000 Australier halten Aktien der Commonwealth Bank. Diese Woche müssten sie – genau wie einige Wachstumsstrategen hierzulande – den schlimmsten Tagesverlust ihrer Aktie aller Zeiten verkraften! Was dramatisch klingt, war letztlich ein Kursrückgang um 10,4 Prozent. Alles andere als schön, aber auch kein Grund, in Panik zu verfallen. Was war geschehen?
Die australische Großbank hat sich in ihrem sogenannten „Trading Update“ zur Geschäftsentwicklung im dritten Quartal geäußert (das Geschäftsjahr endet im Juni und vollständige Ergebnisse liefert das Institut immer nur halbjährlich). Im jüngsten Drei-Monats-Abschnitt ist der bereinigte Gewinn jedenfalls um ein Prozent zurückgegangen, was im Rahmen der allgemeinen Erwartungen lag. Für den Kursrückgang wiederum dürften teilweise etwas höhere Rückstellungen verantwortlich sein. Das Management hat wegen der durch den Irankrieg gestiegenen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Risikovorsorge um gut 300 Millionen australische Dollar erhöht. Schließlich könnten höhere Energiekosten, steigende Zinsen und Lieferkettenprobleme die Zahlungsfähigkeit der Bürger und Firmen belasten – und damit für mehr Kreditausfälle sorgen. Dass die Bank hier sicherheitshalber mehr Geld beiseitelegt, ist absolut üblich und nur vernünftig.
Was die Börsianer derzeit aber fast noch mehr umtreibt: eine geplante Steueränderung. In Australien sollen gewisse Steuererleichterungen für Vermieter und andere Immobilienbesitzer gestrichen werden. Manch Experte rechnet deshalb mit weniger Wachstum im Hypothekengeschäft. Ob das Gesetzesvorhaben jedoch umgesetzt wird, ist noch nicht sicher – und ob es sich dann wirklich negativ auf die Commonwealth Bank auswirken wird, auch nicht. Wir empfehlen deshalb Aktionären, gelassen und vor allem investiert zu bleiben. Neueinsteiger haben nun die Möglichkeit, einmal etwas günstiger an den Dividendentitel zu kommen.
Views: 131
