SAP erhält KI-Auftrag vom Bund

Smarte Milliardenübernahme im Breisgau.
Dass Softwareaktien unter der derzeitigen KI-Euphorie zu leiden haben, wird momentan hinreichend berichtet. Auch SAP tut sich im aktuellen Börsenumfeld schwer – dabei stimmt die operative Richtung (man steht vor einem neuerlichen Rekordjahr) und es ist keineswegs eine ausgemachte Sache, dass künstliche Intelligenz das eigene Geschäftsmodell wirklich bedroht. Unser Wachstumskonzern setzt schließlich selbst im großen Stile auf KI: Anfang Mai wurde bekannt, dass SAP das Freiburger Start-up Prior Labs übernommen hat. In den nächsten vier Jahren soll mehr als eine Milliarde Euro in die weiterhin eigenständig agierende Firma investiert werden. Damit dürfte die führende Rolle bei sogenannten „Tabellarischen Foundation Modellen“ (TFMs) ausgebaut werden; darunter versteht man eine KI-Analysemethode, die speziell für strukturierte Daten wie Excel-Tabellen aufgebaut ist, was besonders für die Unternehmenskunden von SAP von Vorteil wäre.
Unlängst konnte der Walldorfer Softwareriese zudem einen Staatsauftrag an Land ziehen: Die Bundesregierung hat SAP und die Deutsche Telekom mit dem Aufbau einer souveränen KI-Cloud (dem sogenannten „Deutschland-Stack“) für die öffentliche Verwaltung beauftragt. Der 250 Millionen Euro schwere Auftrag zielt darauf ab, Prozesse wie Dokumentenverarbeitung und Genehmigungsverfahren in Behörden mithilfe von KI zu beschleunigen. Während SAP also voll auf KI setzt, kehrt das Vertrauen der Anleger langsam wieder zurück: Zuletzt hat sich die Aktie stabilisiert und nimmt angesichts der finanziellen Kennzahlen und ihrer vergleichsweise überschaubaren Bewertung in unseren Augen lediglich Anlauf für die nächste Kletterpartie.
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