Oracle will jährlich um ein Drittel wachsen

Quartalszahlen besser als erwartet – Techkonzern plant höhere Investitionen.
Die langfristige Kursentwicklung von Oracle ist ein Augenschmaus – in den letzten Monaten wurden die Aktionäre aber ordentlich durchgeschüttelt. Da heißt es Nerven bewahren und investiert bleiben. Denn was die Geschäftsentwicklung angeht, zeigt die Tendenz unerschütterlich nach oben: Im jüngsten Quartal hat der in Texas ansässige Software- und Datencenterkonzern die Erwartungen der Börsianer klar übertroffen und auch das zeitgleich abgeschlossene Geschäftsjahr (endete im Mai) kann sich sehen lassen: Mit 17 Prozent mehr Umsatz und 37 Prozent mehr Gewinn wurden Bestmarken in beiden Disziplinen erreicht. Außerdem hat das Management die Gewinnprognose für das neue Geschäftsjahr angehoben.
Dass die Nachfrage nach den Diensten von Oracle brummt wie nie, wird vor allem an einer Kennzahl deutlich, den sogenannten „Remaining Performance Obligations“. Dabei handelt es sich um alle Umsätze aus bereits geschlossenen, aber noch nicht erfüllten Verträgen – eine Art Auftragsbestand. Jener ist vor allem dank des KI-Booms allein in den letzten drei Monaten um 85 Milliarden Dollar auf 683 Milliarden Dollar gestiegen und entspricht damit grob dem zehnfachen Jahresumsatz. Das wiederum verspricht hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre: Oracle will Umsatz und Gewinn bis 2030 im Schnitt um etwa 30 Prozent pro Jahr steigern.
Vor diesem Hintergrund kann es sich der einst als Datenbankspezialist großgewordene Tech-Konzern auch leisten, die Investitionen massiv in die Höhe zu schrauben: Wurden vergangenes Jahr 55 Milliarden Dollar ausgegeben – vor allem für Cloud-Infrastruktur, also KI-Rechenzentren –, sollen sich die Investitionen dieses Jahr schon auf 95 Milliarden Dollar belaufen. Diese Nachricht gefiel nicht allen Börsianern, langfristig dürfte es jedoch die richtige Entscheidung sein. Wohin der Aktienkurs kurzfristig ausschlägt, kann niemand vorhersehen, in den kommenden Jahren trauen wir Oracle aber noch viel zu.
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