Microsoft top, Alphabet flop?

Tech-Riesen legen Quartalszahlen vor – Börsenreaktion fällt unterschiedlich aus.
Mit Microsoft und Alphabet haben diese Woche gleich zwei unserer Tech-Favoriten Ergebnisse präsentiert. Während die Qualität beider Unternehmen langfristig über jeden Zweifel erhaben ist, wurden die jüngsten Zahlen von den Börsianern unterschiedlich aufgenommen. Microsoft konnte die Wall Street überzeugen: Der Softwaregigant hat den Umsatz um 19 Prozent auf gut 92 Milliarden Dollar gesteigert und den Gewinn sogar um 32 Prozent auf fast 37 Milliarden. Wachstumstreiber war einmal mehr die Cloud-Sparte Azure, deren Umsatz dank massiver KI-Nachfrage um 48 Prozent in die Höhe schoss. Gut gefiel den Aktionären auch, dass der Konzern aus Redmond trotz hoher Investitionen in den Aufbau neuer Rechenzentren weiterhin einen hohen freien Cashflow (Barmittelzufluss) erzielt. Mit 18,9 Milliarden Dollar lag dieser rund 10 Milliarden Dollar über den Analystenschätzungen – und beruhigte damit die allgemeinen Sorgen vor unkontrollierter Geldverbrennung durch KI.
Die Google-Mutter Alphabet wiederum stieß mit ihren Drei-Monats-Zahlen auf weniger Gegenliebe. Dabei wächst auch dieser Tech-Gigant weiter beeindruckend: Beim Gesamtumsatz um satte 25 Prozent auf fast 128 Milliarden Dollar. Hier lieferte ebenfalls das Cloud-Geschäft den Treibstoff; es hat sich im jüngsten Quartal glatt verdoppelt! Dass der Konzerngewinn um ein Viertel niedriger ausfiel als im Vorjahreszeitraum, lag derweil lediglich an Einmaleffekten. Insbesondere am Kursrückgang der SpaceX-Aktie, da Alphabet rund sieben Prozent an dem Unternehmen hält und den Wert solcher Beteiligungen stets entsprechend verbuchen muss. Den operativen Gewinn wiederum hat unser Wachstumskonzern um satte 30 Prozent gesteigert.
Einige Börsianer störten sich allerdings an den hohen Investitionen in Infrastruktur von über 50 Milliarden Dollar, die den freien Cashflow 9 Milliarden Dollar ins Minus rutschen ließen. Sowie an der Tatsache, dass der neue KI-Modus in der Google-Suche noch nicht so profitabel ist, wie die traditionelle Suche. Hier will das Management mit mehr Werbeeinblendungen jedoch gegensteuern.
Alles in allem sollten weder Microsoft- noch Alphabet-Aktionäre den kurzfristigen Börsenreaktionen zu viel Bedeutung beimessen. Beide Tech-Schwergewichte gehören zweifellos zu den größten KI-Profiteuren, können die gigantischen Investitionen stemmen und dürften ihre Gewinne langfristig weiter ausbauen. Kurzfristige Schwankungen gehören bei diesen Aktien natürlich dazu, trotzdem bleiben sie klare Basisinvestments der Branche!

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