Sysco steht vor Rekordzukauf

New Yorker Großmarktkette im Visier.
Normalerweise sorgt der Nahrungsmittellieferant Sysco nicht gerade für die allergrößten Schlagzeilen. Relativ geräuschlos wächst das Unternehmen, der Aktienkurs hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten durchschnittlich sechs Prozent zugelegt und hinzu kommen rund 2,5 Prozent Dividende. Ein klassisch langweiliger Langfrist-Geldvermehrer, könnte man meinen. Zum Wochenstart wurde gestern aber öffentlich, dass Sysco darüber verhandelt, Jetro Restaurant Depot zu übernehmen – für satte 29 Milliarden Dollar! Das wäre der mit Abstand größte Zukauf der Unternehmensgeschichte. Zum Vergleich: Sysco selbst bringt etwa 40 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage.
Mit der Übernahme würde unser Wachstumskonzern sein Geschäftsmodell erheblich erweitern: Neben der Belieferung von Restaurants, Kantinen, Krankenhäusern oder Schulen kämen 166 Großmärkte dazu, in denen mehr als 725.000 gewerbliche Kunden einkaufen (ähnlich wie hierzulande etwa Metro oder Selgros). Für Sysco ein spannender Zukauf, der allerdings kurzfristig erst mal zu mehr als 20 Milliarden Dollar Schulden führt. Zugleich stößt man damit in den sogenannten „Cash-and-carry“-Markt vor, der eine höhere Gewinnmarge bietet. Die Aktie bleibt eine interessante Daueranlage, auch wenn die Anleger – wie so oft bei solchen Großakquisitionen – zunächst skeptisch auf den Rekordzukauf reagierten.
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