Bechtle kauft erneut zu

Aktie liegt dieses Jahr 30 Prozent unter Wasser – dabei zeigen Umsatz und Gewinn nach oben.
Während an der Wall Street die Quartalszahlensaison beginnt, müssen sich die Bechtle-Aktionäre noch etwas gedulden, bis sie die neuesten Ergebnisse unter die Lupe nehmen können. Seinen Zwischenbericht veröffentlicht der IT-Dienstleister erst in vier Wochen. Der Blick auf die Analystenprognosen fällt derweil positiv auf, sie rechnen bei Umsatz und Gewinn mit jeweils vier Prozent Zuwachs. Im Gesamtjahr soll es in ähnlichem Tempo aufwärtsgehen.
Abwärts geht es dieses Jahr bisher hingegen mit der Aktie. Nachdem der Kurs Ende 2025 zunächst Rückenwind bekommen hatte, sackte er im Frühjahr wieder deutlich ab. Ausschlaggebend war vor allem die vorsichtige Jahresprognose des Managements: Bechtle rechnet demnach bei Umsatz und Vorsteuergewinn mit Zuwächsen zwischen 0 und 5 Prozent – unter anderem weil die gestiegenen Preise für Speicherchips für Lieferengpässe und schwächere Margen im Hardwaregeschäft sorgen. Vorstandschef Thomas Olemotz ließ die Anleger später jedoch wissen, dass das untere Ende der Prognose „aus heutiger Sicht konservativ“ sei und er mit „profitablem Wachstum“ rechne.
Und bei diesem Wachstum setzt Bechtle auch regelmäßig auf Zukäufe. Diese Woche wurde man in den Niederlanden fündig, wo sich die Neckarsulmer den IT-Dienstleister Interforce einverleiben, der wie Bechtle vor allem mittelständische Unternehmen betreut. Der Zukauf soll mit der eigenen niederländischen Tochter verschmolzen werden und so Synergien bescheren. Außerdem will Bechtle von Interforce entwickelte Lösungen in anderen Märkten einsetzen.
Der Kursverlauf der Bechtle-Aktie war in letzter Zeit kein Ruhmesblatt. Da das Unternehmen aber im Grunde kerngesund ist, vernünftig geführt wird und langfristig über jede Menge Wachstumspotenzial verfügt, sollte es sich auszahlen, investiert zu bleiben – oder nachzukaufen, sofern die Position im Depot untergewichtet ist.
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