Wells Fargo legt Rekordquartal hin

Wachstumsinvestitionen und Kostensenkungen.
Die schwierigen Jahre nach dem Kontenskandal haben die Wells-Fargo-Aktionäre inzwischen abgehakt. Längst richtet sich ihr Blick wieder in die Zukunft – auch weil der Aktienkurs in Richtung neuer Höhen strebt.
Diese Woche konnte die amerikanische Westküstenbank die Zuversicht ihrer Besitzer manifestieren: Getrieben von hohen Einnahmen im Investmentbanking und im Kreditgeschäft konnte Wells Fargo den Gewinn um 17 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar steigern. Nie zuvor hat das Geldhaus in einem einzigen Quartal so viel verdient! Dabei war die Gewinnmarge noch nicht einmal so hoch, wie sich das einige Anleger erhofft hatten. Dies führte Vorstandschef Charlie Scharf wiederum darauf zurück, dass man nach der Aufhebung der Bilanzobergrenze durch die US-Notenbank jetzt an diversen Stellen ins Wachstum investiere, was zunächst zwar koste, sich auf Dauer aber umso mehr auszahlen sollte. Chancen sieht Scharf derzeit vor allem im Kreditkarten- und Autofinanzierungsgeschäft. Aber auch das Investmentbanking dürfte weiterwachsen. Schrumpfen wird hingegen vermutlich auch künftig die Belegschaft. Beschäftigte die viertgrößte Bank der USA 2017 noch fast 300.000 Mitarbeiter, sind es aktuell weniger als 200.000. Unter anderem der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglicht es Wells Fargo, „mehr Geschäft mit weniger Mitarbeitern“ zu erledigen. Insgesamt hat der Konzern die laufenden Kosten in den vergangenen Jahren um 15 Milliarden Dollar verringert – aber nicht nur durch Stellenstreichungen, sondern auch indem unzählige ineffiziente Prozesse beseitigt wurden.
Alles in allem ist Wells Fargo heute wieder eine kerngesunde Bank, die keinen Beschränkungen mehr unterliegt und somit von der Stärke der US-Wirtschaft voll profitieren kann. Und davon wiederum sollten auch die Anleger profitieren!
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