Lindt & Sprüngli: Schokonikolaus wird günstiger!

Gefallener Kakaopreis könnte stützen.
Der Sommer geht langsam, aber sicher seinem Ende entgegen, und damit steuert Lindt & Sprüngli auf die wichtigste Phase des Jahres zu: das Weihnachtsgeschäft. Rund 30 Prozent des Umsatzes werden mit dem Verkauf von Schokonikoläusen und anderem Naschwerk für das Heilige Fest erzielt. Zum Vergleich: Ostern steuert rund zehn Prozent der Jahreserlöse bei.
Ein gutes Weihnachtsgeschäft wäre für den Premium-Schokoladenhersteller wichtig, denn die Aktie hat in den letzten Monaten rund ein Drittel an Wert nachgegeben. Was sind die Gründe dafür? Zum einen war es die zuvor starke Kursentwicklung, zum anderen aber auch die schwächere Nachfrage nach den hochpreisigen Produkten. Das bekommt Lindt & Sprüngli besonders im zweitwichtigsten Markt Deutschland (rund 15 Prozent Umsatzanteil) zu spüren, wo die Konsumlaune derzeit sowieso nicht die beste ist. In den vergangenen Jahren hatte Lindt seine Preise (auch wegen der gestiegenen Kakaopreise) deutlich hochgesetzt, sodass viele Schokoladenfreunde auf günstigere Alternativen ausgewichen sind. Die Schweizer steuern jetzt gegen und werden beispielsweise die Weihnachtsmänner in Deutschland um elf Prozent im Preis reduzieren. Unter dem Strich dürfte es für das Unternehmen immer noch ein gutes Geschäft bleiben, schließlich hat der Kakaopreis wieder deutlich nach unten korrigiert und liegt jetzt nur noch halb so hoch wie vor zwei Jahren.
Wie es kurzfristig mit der Aktie weitergehen wird, kann natürlich niemand vorhersagen; aber wir sehen auf dem aktuellen Kursniveau mehr Chancen als Risiken. Auf dem langen Weg nach oben hat Lindt schon ganz andere Herausforderungen gemeistert, beispielsweise in der Eurokrise. Im Rückblick war dieser Kurskrater (2008/2009) eine der seltenen Chancen, denen man anschließend nachtrauert. Gut möglich, dass es dieses Mal genauso sein wird.
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