Sherwin-Williams ein KI-Profiteur?

Farbenkonzern erweitert Produktion und bestätigt Wachstumsprognose.
Nach vier Jahren Bauzeit war es am Mittwoch so weit: Sherwin-William hat die Modernisierung und Erweiterung seines Produktionskomplex in Statesville abgeschlossen. Die Fabrikanlage im US-Bundesstaat North Carolina, in der in erster Linie Farben und Lacke hergestellt werden, ist damit die größte des Konzerns. Investiert wurde vor allem in mehr Produktionskapazitäten, um der steigenden Nachfrage Herr zu werden, sowie in moderne Automatisierungstechnik und vier neue Gleisanschlüsse für Güterzüge.
Dass bei dem Unternehmen die Zeichen auf Wachstum stehen, hat das Management auch auf einem Investorentag in der letzten Woche veranschaulicht: Im laufenden Geschäftsjahr will der Konzern demnach erstmals die Umsatzmarke von 25 Milliarden Dollar knacken. Dabei setzt Sherwin-Williams in erster Linie auf Wachstum aus eigener Kraft, also indem man Marktanteile gewinnt und die Anzahl der Läden weiter steigert. Zu den 5.400 Filialen sollen jährlich 80 bis 100 neue hinzukommen. Außerdem setzt das Management verstärkt auf Digitalisierung und KI-Tools, etwa um Vertriebsmitarbeiter zu unterstützen oder um Kunden bei der Farbauswahl zu helfen.
Sherwin-William versorgt mit seinen Farben, Lacken und Beschichtungen weite Teile der Industrie, aber auch Millionen amerikanische Hobbyhandwerker. Zu einem interessanten Wachstumsfeld sind inzwischen auch die Bereiche KI-Infrastruktur und Halbleiter geworden. Denn während der traditionelle Haus- und Wohnungsbau in den USA aktuell eher stagniert, werden reihenweise neue Rechenzentren errichtet. Und die brauchen spezielle Anstriche und Beschichtungen, etwa im Hinblick auf Brandschutz sowie Wärme- und Feuchtigkeitsisolierung oder auch Bodenbeläge, die elektrostatische Entladung ableiten. Sherwin-Williams bietet zudem spezielle Beschichtungen für Rohre und Tanks in den riesigen Kühlkreisläufen und auch in den Reinräumen der Chipindustrie sind die Produkte allgegenwärtig.
Aufgrund der positiven Wachstumsperspektiven ist die Sherwin-William-Aktie unserer Ansicht nach ein klarer Kaufkandidat für langfristig orientierte Anleger. Und weil der Kurs aktuell fast 20 Prozent tiefer steht als beim Allzeithoch vor zwei Jahren, der Konzern aber gleichzeitig auf neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn zusteuert, winkt hier sogar ein Stück weit Nachholpotenzial.
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