Home Depot bleibt auf Expansionskurs

Drücken höhere Zinsen auf die Aktie?
Gut ein Drittel hat die Home-Depot-Aktie seit dem Allzeithoch im Dezember letzten Jahres eingebüßt. Solche Rücksetzer sind nicht schön, kommen aber auch bei Wachstumswerten mitunter vor. Wer nach den Auslösern der Kursschwäche fahndet, landet in erster Linie beim US-Immobilienmarkt und damit bei den Zinsen.
Der Häusermarkt in den Vereinigten Staaten wird derzeit häufig als „eingefroren“ beschrieben. Denn die stark gestiegenen Zinsen sorgen dafür, dass weniger Immobilien den Besitzer wechseln. Bestehende Eigenheimbesitzer wollen ihre alten günstigen Finanzierungen zu zwei oder drei Prozent Zinsen nicht aufgeben, wenn sie bei neuen Hypotheken mit einer Sechs oder Sieben vor dem Komma rechnen müssen. Und wenn weniger Häuser den Eigentümer wechseln, ist das nicht unbedingt förderlich für die Geschäftsentwicklung von Home Depot. Denn die großen Renovierungen finden häufig direkt nach einem Kauf statt.
Allerdings ist Home Depot nicht allein von solchen großen Modernisierungen abhängig. Normale Instandhaltungen und Reparaturen spülen dem Konzern weiterhin gutes Geld in die Kasse. Außerdem wurde das Geschäft mit professionellen Kunden wie Handwerkern in den letzten Jahren mit großen Übernahmen deutlich ausgebaut und auch das zahlt sich aus. Darüber hinaus eröffnet die größte Baumarktkette der USA weiterhin regelmäßig neue Filialen. Erst vergangene Woche wurde ein neuer Markt in Texas eingeweiht – im August und September waren es vier in Kalifornien, Arizona und zwei weitere in Texas.
Alles in allem erwarten Experten für das laufende Jahr trotz der Herausforderungen vier Prozent mehr Umsatz und drei Prozent mehr Gewinn. Home Depot ist also weiter auf Wachstumskurs – und früher oder später sollte das auch wieder für die Aktie gelten.
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