Netflix wird Warner-Übernahme zu teuer – gut für die Aktie?

Paramount setzt sich beim Wettbieten durch.
Normalerweise sind Investitionen an der Börse gern gesehen, bedeuten sie doch in der Regel, dass das jeweilige Unternehmen ambitioniert an die eigene Expansion denkt und damit auch einen Mehrwert für die Aktionäre schafft. Allerdings sollten die Summen, die dafür aufgewendet werden, auch nicht zu gigantisch sein – zuletzt gesehen bei Amazon, als die Aktie negativ auf die Ankündigung neuer Rekordinvestitionen reagierte. Ähnlich verhielt es sich bei Netflix; der weltgrößte Streamingdienst wollte für mehr als 80 Milliarden Dollar das Filmehaus Warner Brothers übernehmen. Zwar wären damit auf einen Schlag rund 100 Millionen Streaming-Abonnenten hinzugekommen und das Angebot hätte sich um Kassenschlager wie Harry Potter oder Game of Thrones erweitert, Netflix wäre aber auch auf Jahre hinaus satt verschuldet gewesen.
An der Börse sorgte daher für Aufatmen, dass sich das Warner-Management nun doch noch für ein erneut verbessertes Angebot des Bieter-Konkurrenten Paramount entschieden hat. Netflix hat sich daraufhin aus dem Rennen zurückgezogen, weil der Preis „finanziell nicht mehr attraktiv“ sei, wie unser Wachstumskonzern verlauten ließ. Da die Übernahme jedoch zuvor schon vertraglich fixiert gewesen war, erhält Netflix als Entschädigung eine sogenannte Vertragsstrafe in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar (die Paramount ebenfalls übernimmt). Kurz gesagt: Innerhalb von zwei Monaten hat Netflix neben dem eigentlichen und gut laufenden Geschäft kurzerhand fast drei Milliarden Dollar „verdient“ und wird sich dafür in Zukunft nicht mal verschulden. Bei uns im Schwabenland würde man nüchtern festhalten: Hätte schlimmer laufen können! Die Aktie bleibt derweil eine attraktive Langfristanlage, die am Freitag nach dem Scheitern des Warner-Deals zwischenzeitlich bis zu zehn Prozent im Plus lag.
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