S&P sieht KI als Chance, nicht als Risiko

Finanzdatenspezialist liefert gute Argumente – Aktie zieht wieder an.
Die Ängste, dass künstliche Intelligenz Geschäftsmodelle erschüttern wird, erfassten zuletzt nicht nur zahlreiche Softwareunternehmen, sondern auch Finanzdatenspezialisten wie S&P Global. Der im New Yorker Stadtteil Manhattan ansässige Konzern sieht das anders. Auf einer Investorenkonferenz machte das Management diese Woche deutlich, dass man KI nicht als Bedrohung sieht, sondern sogar als Wachstumstreiber. Und die Führungsriege lieferte dafür eine ganze Reihe an Argumenten. Unter anderem verwies man auf den gewaltigen eigenen Datenschatz, auf den nicht einfach jede KI frei zugreifen darf. Die Daten sind urheberrechtlich geschützt und dürfen von den KI-Größen auch nicht zu Trainingszwecken genutzt werden. Sämtliche Indizes, Kreditratings, Benchmarks und Analysen von S&P sind geistiges Eigentum, die sich das Unternehmen gut bezahlen lässt. Die Kunden haben großes Vertrauen in diese Produkte und fällen mit ihrer Hilfe oft millionen- oder milliardenschwere Entscheidungen. Außerdem sind die Daten, Analysen und Softwareprodukte häufig tief in die Geschäftsabläufe der Kundschaft integriert und von deren Rechtsabteilungen abgesegnet. So etwas lässt sich nicht schnell durch irgendeinen KI-Agenten austauschen.
Abgesehen davon sieht S&P das Thema KI selbst als Wachstumsmotor und als Chance, noch profitabler zu werden. Der Konzern nutzt die neue Technologie etwa in der Softwareentwicklung und hat dort laut eigenen Angaben die Produktivität bereits um zehn Prozent gesteigert. Darüber hinaus bietet man Kunden KI-Tools an, die man sich natürlich zusätzlich bezahlen lässt. Und zu guter Letzt dürfte der Investitionsboom der Branche auch das Rating-Geschäft antreiben. Schließlich werden viele Tech-Größen in nächster Zeit milliardenschwere Anleihen ausgeben, um die riesigen Investitionen zu stemmen. Und bei diesen Emissionen verdient S&P Global häufig mit, weil sie mit einem entsprechenden Gütesiegel bezüglich der Kreditwürdigkeit der Unternehmen versehen werden.
Nachdem die S&P-Aktie zwischen Mitte Januar und Mitte Februar um fast 30 Prozent eingeknickt war, zeigt die jüngste Entwicklung nun wieder nach oben – diese Richtung dürfte auch langfristig den Weg weisen.
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