Mastercard setzt künftig auch auf Digitalwährungen

Wann dreht die Aktie wieder nach oben?
Bislang ist es (noch) nicht das Jahr der Zahlungsdienstleister an der Börse – was vor allem auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zurückzuführen ist. Dieser möchte einerseits für die vielen auf Pump lebenden Amerikaner den Zinssatz bei Kreditkartenschulden (teils über 20 Prozent) auf maximal 10 Prozent deckeln, andererseits sind ihm auch Transaktionsgebühren generell ein Dorn im Auge. Zur Erinnerung: Mastercard verdient an jeder Bezahlung mit einer Kreditkarte des Konzerns zwischen 0,1 und 0,3 Prozent mit; also ein eigentlich geringer Betrag, der sich nur durch die enorme Gesamtsumme „läppert“. Insgesamt transferierte unser Wachstumskonzern im vergangenen Jahr nämlich mehr als zehn Billionen Dollar zwischen Firmen, Händlern und privaten Nutzern hin und her! Durchaus möglich, dass die Debatte die Kreditkartenanbieter noch ein wenig beschäftigen wird – unwahrscheinlich zugleich, dass sich grundsätzlich etwas an den Transaktionsgebühren ändern wird.
Dennoch sucht natürlich auch Mastercard nach Möglichkeiten, anderswo Geld zu verdienen: Während einerseits ein Verkauf der weniger lukrativen Sparte für Echtzeit-Zahlungen geprüft wird, rücken andererseits vermehrt digitale Währungen in den Fokus, sogenannten Stablecoins. Rund 350 Millionen Dollar wurden im vergangenen Jahr damit bereits weitergeleitet, die Technik befindet sich gleichwohl noch in den Kinderschuhen. Mastercard hat nun für knapp zwei Milliarden Dollar die Firma BVNK gekauft und sich damit einen führenden Anbieter von Infrastruktur für ebendiese Stablecoins gesichert. Sollten Zahlungen mit digitalen Währungen weiter an Fahrt gewinnen, ist man also mit von der Partie. Und leisten kann sich der Finanzdienstleister die Übernahme angesichts von 15 Milliarden Dollar Gewinn im vergangenen und erwarteten 17 Milliarden Dollar im laufenden Jahr ohnehin. Mastercard bleibt eine aussichtsreiche Aktie, die es derzeit ausnahmsweise mit etwas Rabatt zu kaufen gibt – eine schöne Gelegenheit für Langfristanleger, denen das Papier sonst oftmals „zu teuer“ war.
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