Verkauf und Zahlen bei General Mills

Quartal enttäuscht, aber Jahresprognose bestätigt.
Jeff Harmening arbeitet unter Hochdruck daran, General Mills wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Mit den Zahlen für das dritte Quartal (das Geschäftsjahr endet im Mai) konnte der Vorstandschef des US-Nahrungsmittelriesen die Wall Street aber noch nicht überzeugen: Unterm Strich gab der Umsatz um acht Prozent nach und der Nettogewinn halbierte sich sogar. Ausschlaggebend dafür sind eine ganze Reihe von Sonderfaktoren wie der Verkauf des Joghurtgeschäfts, Kosten für Restrukturierungsmaßahmen, Zölle und zuletzt sogar noch schlechtes Wetter, das für Lieferkettenprobleme gesorgt hat.
Aber auch im eigentlichen Geschäft läuft es nicht rund – einerseits, weil viele Amerikaner derzeit mehr aufs Geld achten, und andererseits, weil viele häufiger zu gesünderen Produkten greifen. General Mills ist sich dessen natürlich bewusst und steuert gegen. Bereits im Dezember hat man deshalb in den USA die Preise bei zwei Dritteln der Produkte gesenkt, gleichzeitig wird die Angebotspalette umgebaut und mehr auf Nahrungsmittel ausgerichtet, die im Trend liegen. Zahlreiche Produkte wie etwa Frühstückflocken, Müsli- oder Obstriegel werden zum Bespiel mit Eiweiß oder Ballaststoffen angereichert und entsprechend beworben. Nebenbei geht auch die Portfoliobereinigung weiter. Diese Woche meldete man etwa den Verkauf zweier Marken in Brasilien. Alles in allem geht das Management davon aus, dass die Maßnahmen ab dem nächsten Geschäftsjahr Früchte tragen werden und der Umsatz dann wieder anzieht.
Die jüngste Kursentwicklung der General-Mills-Aktie ist zweifellos frustrierend, aber wir halten wenig davon, auf dem verprügelten Niveau nun den Verkaufsknopf zu drücken, wenn wir die Wahrscheinlichkeit als hoch einschätzen, dass sich die Lage mittelfristig wieder deutlich bessert. Der Konzern hatte zwischen 2016 und 2018 schon einmal eine ähnliche Schwächephase durchgemacht – nach einer Kurshalbierung fand das Unternehmen jedoch auf den Wachstumskurs zurück und die Aktie erklomm sogar neue Höchststände. Von einem neuen Allzeithoch muss man derzeit vielleicht nicht gleich träumen, aber die Chancen auf eine deutliche Kurserholung stehen unserer Ansicht nach mittelfristig gut.
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